Im Februar 2026 schickte der Series-A-Investor eines Zuercher Medtech-Startups eine IP-Due-Diligence-Checkliste. Punkt sieben lautete: IP-Zertifikate fuer alle Kernalgorithmen vorlegen. Der CTO hatte Git-Commits, Slack-Threads und ein gemeinsames Notion-Board, das 18 Monate Entwicklung dokumentierte. Keine dieser Unterlagen beantwortete die Frage des Investors. Der Anwalt des Investors wollte den Nachweis von einem unabhaengigen Dritten, dass das Gruenderteam diese Algorithmen in dieser Form vor dem Prioritaetsdatum des Wettbewerbers entwickelt hatte. Das Team hatte keine Antwort.
Der Begriff "geistiges Eigentumszeugnis" kursiert haeufig in Startup-Gespraechen und Investitions-Term-Sheets, wird aber selten praezise definiert. Gruender fragen danach, ohne genau zu wissen, was es ist. IP-Anwaelte geben unterschiedliche Definitionen, je nach ihrer Rechtsordnung. Investoren erwaehnen es in Due-Diligence-Checklisten, ohne den erwarteten Standard anzugeben. Dieser Leitfaden definiert, was ein IP-Zertifikat ist und was nicht, erklaert, was Swiss Trust Layers qualifiziertes e-Siegel zertifiziert, und legt die konkreten Gruende dar, warum Gerichte und institutionelle Investoren bestimmte Zertifikate als bedeutsame Beweise behandeln.