Im Oktober 2025 trat ein Zuericher SaaS-Unternehmen in die Exklusivitaetsphase mit einem Series-A-Lead-Investor ein. Der Term Sheet war paraphiert, die Cap Table war sauber und das Produkt hatte zahlende Kunden in drei Laendern. Dann stellte der IP-Anwalt des Investors eine einzige Frage: Wer hat die Kern-Empfehlungslogik geschrieben, und wann? Die Gruender hatten keine befriedigende Antwort. Die ersten beiden Ingenieure waren vor Abschluss der Arbeitsvertraege eingestellt worden. Es gab keine IP-Abtretungsvereinbarungen und keine unabhaengigen Zeitstempel, nur ein vom Unternehmen kontrolliertes Git-Repository. Der Lead-Investor reduzierte sein Angebot um CHF 800.000 und verwies auf IP-Eigentumsrisiken.
Fuer Gruender ist diese Luecke heute ein Fundraising-Problem, nicht nur ein rechtliches. Institutionelle Investoren und ihre Anwaelte fuehren strukturierte IP-Audits durch, bevor Term Sheets unterzeichnet werden. IP-Streitigkeiten nach einer Investition kosten laut Daten der Swiss Arbitration Association im Durchschnitt CHF 150.000 bis 400.000 und koennen im schlimmsten Fall existenzbedrohend sein. Ein Startup, das mit Dokumentationsluecken in die Due Diligence geht, verlangsamt den Prozess, laedt zu Nachverhandlungen ein oder verliert den Deal.