Im Marz 2025 reichte ein Zurcher Architekturburo Konzeptzeichnungen fur eine gemischt genutzte Uferentwicklung auf einer Cloud-BIM-Koordinationsplattform als Teil eines eingeladenen Wettbewerbsverfahrens ein. Vier Monate spater ahnelte der Beitrag eines Mitbewerbers, der in der engeren Wahl war, stark ihrem Entwurf: dasselbe eckige Kragprofil, nahezu identische Schnittproportionen und ein ubereinstimmender Ansatz fur das offentliche Erdgeschossprogramm. Das Buro hatte keinen qualifizierten Zeitstempel, der belegt, wann ihr Konzept in der eingereichten Form existierte. Die Nutzungsbedingungen der BIM-Plattform erlaubten die Verwendung hochgeladener Daten zu Modellverbesserungszwecken. Der folgende IP-Streit legte die Projektpipeline des Buros fur uber ein Jahr lahm. Solche IP-Streitigkeiten in der Schweiz kosten durchschnittlich CHF 150'000-400'000 an Rechts- und Schiedskosten (Swiss Arbitration Association).
Die Architektur hat sich immer von sich selbst geborgt. Stile verbreiten sich, Motive kehren wieder, Raumlösungen werden uber Jahrzehnte und Kontinente hinweg verfeinert. So entwickelt sich die Disziplin. Aber was jetzt geschieht, mit KI-gestützten Designwerkzeugen, generativen Architekturplattformen und maschinellem Lernen, das an gemeinsamen Design-Datenbanken trainiert wird, ist grundlegend anders.