
Schweizer Software-Startups stehen bei Finanzierungsrunden und M&A-Transaktionen vor besonderen IP-Herausforderungen. Wie ZertES-zertifizierte Siegel gerichtsverwertbare Prior-Art-Nachweise für Code, Algorithmen und Produktdesigns schaffen.
Im April 2024 trennten sich die beiden Mitgründer eines Genfer B2B-SaaS-Unternehmens nach einem Zerwürfnis. Innerhalb von drei Wochen beanspruchte der ausscheidende Mitgründer das Eigentum an dem Authentifizierungsmodul, das er im ersten Jahr des Unternehmens entwickelt hatte. Der verbleibende Gründer verfügte über eine Git-Commit-Historie. Der ausscheidende Mitgründer verfügte über dieselbe Git-Commit-Historie mit seinem Namen in denselben Commits. Kein externer Zeitstempel war auf dem Kerncode vorhanden. Der Streit ging in die Mediation. Die Anwaltskosten überstiegen CHF 180'000, bevor eine Einigung erzielt wurde.
Dieser Ausgang ist keine Ausnahme. Schweizer Software-Startups operieren in einem der IP-sensitivsten Unternehmensumfelder der Welt. Die starke Rechtstradition der Schweiz, die Nähe zu EU-Märkten und der aktive Risikokapitalsektor bedeuten, dass die Qualität der IP-Dokumentation direkt Bewertungen bei der Mittelbeschaffung, Partnerschaftsverhandlungen und Exit-Multiplikatoren beeinflusst. Dennoch gehen die meisten Schweizer Tech-Startups in der Frühphase reaktiv mit IP-Schutz um.
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