Eine Musikproduzentin in Genf namens Leah stellt spaet in der Nacht einen Beat fertig. Sie exportiert eine grobe MP3 und schickt sie an einen Saenger, den sie online kennengelernt hat. Drei Monate später taucht derselbe Beat auf einer Veröffentlichung von jemand anderem auf. Leah hat das Projekt noch auf ihrem Laptop, doch sie kann nicht beweisen, wann sie es gemacht hat. Der fertige Mix ist nur die Oberflaeche. Die Teile darunter, die Stems und die Projektdatei, erzaehlen die wahre Geschichte, wie der Track entstanden ist.
Im Studio hat sie alles richtig gemacht, ausserhalb davon nichts. Arbeit ohne datierten Nachweis lässt sich später schwer verteidigen.Mehr als nur den fertigen Mix versiegeln
Eine Produzentin sollte die Stems und die Projektdateien versiegeln, nicht nur den exportierten Track.
Der Mix ist eine Datei. Die Stems sind die einzelnen Spuren darin: Schlagzeug, Bass, Gesang und Synthesizer, jede für sich exportiert. Die Projektdatei ist das bearbeitbare Dokument, das deine Software speichert. Sie enthält jede Bearbeitung, jedes Plug-in und das ganze Arrangement. Zusammen zeigen sie den Track als Aufbau, nicht nur als Ergebnis. Falls je eine Frage aufkommt, wer die Teile zuerst hatte, zählen die Teile mehr als der fertige Export.
Warum die Projektdatei dein staerkstes Stueck ist
Die bearbeitbare Projektdatei trägt Details, die ein exportierter Track nicht zeigen kann.
Eine exportierte MP3 oder WAV ist flach. Jeder kann eine Kopie davon besitzen. Die Projektdatei ist anders. Sie enthält dein Arrangement, deine Spurnamen, deine Automation und die Rohaufnahmen. Sie lässt sich im Nachhinein kaum nachbauen. Jeder Stem ist für sich eine Schicht des Tracks, und ein fremder Export kann diese Schichten nicht zeigen. Das Versiegeln hält genau diesen Zustand zeitlich fest. Danach kannst du auf einen datierten Nachweis der echten Arbeitsdatei verweisen, nicht nur auf den fertigen Klang.
Jede Datei deiner Software lässt sich versiegeln
Das Siegel arbeitet mit dem Fingerabdruck einer Datei, daher wird jedes Format akzeptiert.
Wenn du eine Datei versiegelst, liest die Plattform sie und erstellt einen kurzen Fingerabdruck davon, einen sogenannten Hash. Nur dieser Fingerabdruck wird an die Zeitstempelstelle gesendet, nach dem Standard RFC 3161 für vertrauenswuerdige Zeitstempel. Die Datei selbst wird nicht an diese Stelle gesendet. Weil das Siegel auf den Hash angewendet wird, spielt das Format keine Rolle. Ein WAV-Stem, eine Projektdatei aus beliebiger Musiksoftware oder ein ganzer gepackter Ordner lassen sich alle auf dieselbe Weise versiegeln. Mehr dazu liest du unter wie es funktioniert.
Das Urheberrecht gehört dir bereits, das Siegel ist dein Nachweis
Das Urheberrecht entsteht von selbst, und das Siegel gibt dir einen datierten Beleg deiner Arbeit.
Nach der Berner Übereinkunft entsteht der urheberrechtliche Schutz automatisch und braucht keine Registrierung. Das gilt in ihren 182 Mitgliedslaendern. Du besitzt das Urheberrecht an deiner Musik also ab dem Moment, in dem du sie aufnimmst. Das Siegel schafft dieses Recht nicht, und es schützt keine Idee. Es gibt dir etwas, das du später zeigen kannst: den Nachweis, dass genau diese Datei zu genau diesem Zeitpunkt vorhanden war. Eine ehrliche Grenze ist hier wichtig. Das Zertifikat zeigt, wer die Datei versiegelt hat und wann. Es zeigt nicht, wer die Musik geschrieben hat. Es ist ein Beleg für Zeit und Vorhandensein, keine Aussage über die Urheberschaft.
Einen Track versiegeln, den eine Gruppe gemacht hat
Mitwirkende lassen sich per E-Mail hinzufuegen, damit jede Person denselben Nachweis hält.
Musik entsteht oft durch mehr als eine Person. Beim Versiegeln deiner Dateien kannst du Miteigentuemer per E-Mail einladen. Jeder Miteigentuemer erhaelt denselben e-Seal-Beleg, und seine Identität wird mit dem Zertifikat verknuepft. So können eine Produzentin, ein Saenger und ein Co-Autor je denselben datierten Nachweis derselben Dateien halten. Das lohnt sich, bevor du Stems mit jemandem ausserhalb des Raums teilst. Fuege jede Person hinzu, bevor du die Dateien sendest, nicht erst nach einem Problem.
Jede Version versiegeln, nicht nur die letzte
Ein Track ändert sich stark, bis er fertig ist, daher lohnt sich ein datiertes Siegel jeder Stufe.
Lieder wachsen in Schritten. Das Demo ist nicht der zweite Durchgang, und der zweite Durchgang ist nicht der Master. Wenn du nur die letzte Version versiegelst, verlierst du den Nachweis der früheren. Du musst nicht jede kleine Speicherung versiegeln. Waehle die Momente, die zählen: das erste echte Demo, das feststehende Arrangement und den fertigen Master. Jedes Siegel ist ein datierter Punkt in der Geschichte des Tracks. Zusammen zeigen sie, wie die Arbeit mit der Zeit voranschreitet, in deinen Haenden, auf deinem Konto. Diese Spur lässt sich weit schwerer anzweifeln als eine einzige Datei ohne Verlauf.
Eine einfache Gewohnheit für jede Session
Versiegle die Teile, bevor du sie teilst, jedes Mal.
Mach es zur Routine. Wenn du eine Session fertig hast, die es wert ist, versiegle zuerst die Teile und sende dann. Ein oeffentlicher Pruef-Link lässt jeden ein Siegel ohne Konto prüfen. Eine kurze Checkliste hilft:
- die bearbeitbare Session- oder Projektdatei
- die Stems, jede Spur einzeln exportiert
- der fertige Mix
- alle Text-, Notiz- oder Artwork-Dateien, die zum Track gehören
Zurueck zu Leah. Haette sie die Projektdatei und die Stems in der Nacht versiegelt, in der sie den Beat gemacht hat, haette sie einen datierten Nachweis des ganzen Aufbaus, nicht nur eine grobe MP3. Die Gewohnheit kostet ein paar Minuten. Die Lücke, die sie schliesst, kann einen Streit entscheiden. Versiegle die Teile, bevor du sie teilst, und bewahre deinen Nachweis unter swisstrustlayer.com auf.






